Als mein Kater Bagheera im März 2020 mit Diabetes diagnostiziert wurde, ging es mir wie vielen Tierbesitzern: Ich war geschockt, überfordert und fühlte mich mit der Situation weitgehend alleingelassen.
Trotz Insulintherapie ließen sich seine Blutzuckerwerte nicht stabil einstellen. Über ein Jahr hinweg kämpften wir mit dauerhaft zu hohen Werten und extremen Schwankungen. Auch die behandelnden Tierärzte konnten mir keine klare Perspektive geben, wie Bagheera langfristig geholfen werden könnte.
Zunächst verließ ich mich vollständig auf die tierärztlichen Empfehlungen – in dem Vertrauen, dass dort die notwendige fachliche Expertise vorhanden ist. Doch mit der Zeit wurde mir klar, dass Diabetes ein hochkomplexes Krankheitsbild ist und selbst erfahrene Tierärzte nicht zwangsläufig über umfassende praktische Erfahrung in der diabetologischen Langzeitbetreuung verfügen. Ein exzellenter Kardiologe oder Nephrologe ist nicht automatisch auch Diabetologe – dafür ist Medizin schlicht zu vielschichtig.
Im weiteren Verlauf wurde mir bewusst, dass problematische Therapieentscheidungen insbesondere dann entstehen, wenn theoretisches Fachwissen nicht durch ausreichende praktische Erfahrung ergänzt wird oder wenn komplexe Zusammenhänge im Krankheitsverlauf nicht konsequent im Gesamtbild betrachtet werden.
Feliner Diabetes ist eine der wenigen Erkrankungen, bei denen der Therapieerfolg maßgeblich vom täglichen Mitwirken der Tierbesitzer abhängt. Insulingaben, Fütterung, Blutzuckerkontrollen und die Beobachtung des individuellen Verlaufs finden nicht in der Praxis statt, sondern im Alltag zu Hause. Damit sind Tierhalter bei dieser Erkrankung so gefordert wie bei kaum einer anderen – und benötigen ein fundiertes Verständnis, um verantwortungsvoll handeln zu können.
Erst als ich begann, mich selbst intensiv mit felinem Diabetes auseinanderzusetzen und die zugrunde liegenden körperlichen Prozesse zu verstehen, wurde ich wirklich handlungsfähig. Ich konnte Entscheidungen treffen, statt zu raten – und Bagheera gezielt das geben, was er tatsächlich brauchte.
Nach über einem Jahr erreichte Bagheera schließlich die Remission. Eine unnötig lange Zeit des Leidens, die ihm hätte erspart bleiben können, wenn von Beginn an zentrale diabetologische Grundlagen berücksichtigt worden wären – wie eine geeignete Insulinwahl, eine konsequent kohlenhydratreduzierte Ernährung und eine regelmäßige, aussagekräftige Blutzuckerkontrolle.
Doch als betroffener Mensch findet man neben Beruf, Studium und Familie kaum Zeit, sich monatelang intensiv einzuarbeiten. Dabei ist es für den Behandlungserfolg entscheidend, möglichst schnell zu verstehen, was im Körper der eigenen Katze passiert, um sie aktiv, informiert und verantwortungsvoll begleiten zu können. Gleichzeitig ist die Informationslage im Internet schwierig: Es gibt unzählige Aussagen, Meinungen und Empfehlungen, doch als Laie ist kaum zu erkennen, welche davon fachlich korrekt und wissenschaftlich fundiert sind.
Verlässliche, evidenzbasierte Informationen sind häufig schwer verständlich, kompliziert formuliert oder ausschließlich in Fremdsprachen verfügbar. Das verlangsamt die Einarbeitung erheblich und kann Tierbesitzer im schlimmsten Fall entmutigen. Andere Informationsangebote vereinfachen die Thematik hingegen so stark, dass ein echtes Verständnis unmöglich wird. Wissen bleibt fragmentiert, Zusammenhänge werden nicht sichtbar – und genau das führt zu Unsicherheit, Fehlentscheidungen und vermeidbarem Leid.
Aus dieser Erfahrung heraus ist eNUPET entstanden.
Mit eNUPET möchte ich eine frei zugängliche Informationsplattform schaffen, die Tierbesitzern ohne Anmeldung und unabhängig zur Verfügung steht. Ziel ist es, wissenschaftlich belegte Informationen verständlich aufzubereiten, transparent mit Quellen zu arbeiten und Wissen so zu vermitteln, dass Tierhalter schnell handlungsfähig werden – nicht aus Bauchgefühl, sondern aus Verständnis.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie zeitaufwendig und belastend es ist, sich relevante Informationen mühsam zusammenzusuchen, Aussagen zu hinterfragen und wissenschaftliche Quellen selbst zu recherchieren und zu prüfen. Dieser Prozess kostet wertvolle Zeit – Zeit, die man als betroffener Tierhalter oft nicht hat, insbesondere dann, wenn das Vertrauen in bestehende Empfehlungen bereits erschüttert wurde.
eNUPET soll deshalb ein Ort sein, an dem Wissen gebündelt, nachvollziehbar und verlässlich zur Verfügung steht. Eine Plattform, die Transparenz über schnelle Inhalte stellt, wissenschaftliche Grundlagen offenlegt und bewusst auf kurzlebigen Marketing-Content verzichtet. Ziel ist es, Tierbesitzern eine vertrauenswürdige Informationsquelle aus einer Hand zu bieten – damit sie nicht länger suchen müssen, sondern verstehen können.
Als im Jahr 2025 eine der wichtigsten deutschen Informationsseiten zum felinen Diabetes offline ging, hat mich das in meinem Vorhaben nur weiter bestärkt. eNUPET soll ein verlässlicher Ort sein, an dem Wissen nicht verschwindet, sondern dauerhaft zugänglich bleibt – für alle, die Verantwortung für ihr Tier übernehmen wollen.

